Mein erstes Fahrrad

Mein erstes Fahrrad war Papa.
Wenn andere Kinder auf ihrem Papa zum Kindergarten ritten, radelte ich dorthin.
Manche Papas konnten Pferde sein, meiner war ein Fahrrad.

Kein anderer Papa konnte so laut Klingeling machen wie mein Papa.
Wenn mein Papa Klingeling machte, dann blieben alle stehen und ließen uns vorbei. Papa war die lauteste Fahrradklingel von Paderborn.

Papa brachte mich immer zum Kindergarten.
Er nahm mich einfach Huckepack und radelte los.
Was konnte Papa schnell sein.
Papa war das schnellste Fahrrad von Paderborn.
„Moment,“ rief ich dann. „Immer langsam mit dem schnellen Fahrrad.“
Sofort hielt ich meine Hände schützend über seinen Kopf. Das Fahrradhelm.
Ohne Fahrradhelm fuhren wir nicht los. Sicher ist sicher. Da ließ ich nicht mit mir reden.

Dann ging die Post ab. Zog ich an Papas rechtem Ohr, machter er Klingelingeling,
Zog ich an Papas linkem Ohr, bremste er Uiiiitsch.
Was konnte Papa bremsen. Papa war die beste Fahrradbremse von Paderborn.
„Papa, brems mal!“ UiiiiIiiitsch!

So ein Papafahrrad war lustig.
Immer machte es Klingelingeling oder Uiiitsch.
Manchmal kam ich vor lauter Lachen gar nicht mehr zum Lenken.
Lenken muss man auch lernen.
Beim Lenken hält man Papas Ohren mit beiden Händen und
dreht den Kopf dorthin,
wohin man radeln will.
Papa war der beste Fahrradlenker von Paderborn.

Natürlich wollen nun alle wissen, was passiert, wenn ich
Papa gleichzeitig an beiden Ohren zog. Ich kann es euch
sagen, was passiert, wenn ich Papa gleichzeitig an beiden
Ohren zog.
Wenn ich Papa gleichzeitig an beiden Ohren zog, dann
sagte er immer: „Aua. Mach das nicht nochmal, sonst
werde ich gleich Pferd und werf‘ dich einfach ab.“
Natürlich zog ich dann an beiden Ohren.

Erwin Erwin Grosche

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