Hörmuseum Blankenrode

Reste einer mittelalterlichen Stadt

Das Hörmuseum Blankenrode ist noch recht neu, die Stadtwüstung selbst dagegen ist uralt. Hier gab es im frühen Mittelalter eine Stadt, die allerdings immer wieder schwer umkämpft wurde. Schließlich erlitt sie spätestens 1393 so schwere Zerstörung, dass die letzten Bewohner weggingen und den Ort sich selbst überließen. Von der einstigen Besiedlung zeugen heute noch archäologische Funde und letzte Überreste von Wällen, Mauern, Toren und einer Burg.

Neue Erlebnisform: Hörmuseum

Seit dem Sommer 2019 macht man nicht nur einen schönen Waldspaziergang an dieser Stelle, sondern erlebt den letzten Tag der mittelalterlichen Stadt mit Hilfe von Hörstationen, die von Solarpanels gespeist und durch Bewegungsmelder ausgelöst werden.

Schöner Waldspaziergang mit Mehrwert

ELTERNMEINUNG
Uns reizte vor allem diese neue Vermittlungsform sehr. Unser Besuch fiel auf einen Herbsttag, so dass wir am Wegesrand jede Menge spannender Pilze und in dem Buchenwald einen fabelhaften ost-westfälischen Indian Summer sehen konnten. Der Weg an sich ist schon eine schöne kleine Wanderung, die sich allerdings nicht für Kinderwagen eignet. Es geht über Stock und Stein und festes Schuhwerk ist unerlässlich! Dabei ist der Weg nicht besonders lang oder anspruchsvoll.

Einige von uns kannten die Stadtwüstung bereits von zahlreichen Schulausflügen und hatten sie als ziemlich unspannend in Erinnerung, denn, ehrlich gesagt, erkennt man als Laie die Spuren der aufgegeben Stadt kaum bis gar nicht. Deshalb gefiel uns die Idee des Hörmuseums besonders gut. Man bekommt dabei keine lange Geschichte erzählt und es werden auch nicht historische Fakten oder archäologische Besonderheiten vermittelt. Vielmehr bekommt man atmosphärische Ausschnitte, die zum jeweiligen Standort passen. Es wird nicht nur erzählt, sondern auch mit passenden Geräuschen untermalt. Und dann entdeckt man auch, wo der Wall verlief, wo die Burg stand oder von wo die Angreifer kamen. Mehrere Bänke laden zum Verweilen und bei besserem Wetter zum Picknick ein. Damit scheint uns das Hörmuseum als idealer Familienausflug für einen Sonntagnachmittag!

Coole Wegführung

KINDERMEINUNG
Wir waren dieses Mal mit kleinem Team unterwegs. Zwei Kinder (8 und 12 Jahre) hatten wir dabei. Für beide war der Weg mühelos zu schaffen und sie genossen die Abwechslung von gutem Laufweg, Kletterpfad über Wurzeln, kleine Brücken und Schlammlöcher. Einen befestigten Weg brauchten sie gar nicht. Die Hörstationen, die ja aus Sicht von zwei Kindern, die in der mittelalterlichen Stadt lebten, erzählen, boten ganz sicher einen zusätzlichen Anreiz. Es ist sehr sinnvoll, dass die Stationen nicht aufeinander aufbauen, denn bei bedecktem Wetter oder wenn die Bäume gerade das Solarpanel bedecken, kann auch schon mal eine Station nicht funktionieren. Und das tut dem ganzen Erlebnis dann keinen Abbruch.

KinderErlebniswelt Natur

Das Hörmuseum Blankenrode ist Teil der KinderErlebnisWelt Natur im Naturpark Teutoburger Wald Eggegebirge. Unser Interview mit Projektleiterin Franziska Leyer lest ihr hier.

Hier geht es zum Hörmuseum Blankenrode.

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