Spieletipp: Billabong

Schon 1994 stand Billabong auf der Auswahlliste für die begehrte Auszeichnung „Spiel des Jahres“, und es muss schon verdammt harte Konkurrenz gegeben haben, dass es letztlich den Titel nicht bekommen hat. Uns jedenfalls hat dieses Wetthüpfen sehr überzeugt.

Zum 25jährigen Jubiläum hat der Franjos-Verlag (der übrigens in Lichtenau-Henglarn seinen Sitz hat!) eine Neuauflage des heimlichen Klassikers heraus gebracht, die sich zwar im Aussehen sportlicher und moderner zeigt, aber die geniale Grundidee beibehält.

Zwei bis vier Spieler bekommen jeweils eine Kängurugruppe zugeordnet, deren Ziel es ist, möglichst schnell einmal um den Billabong, das Wasserloch im australischen Busch, zu hüpfen. Dabei dient der Zufluss als Start- und Ziellinie . Pro Zug schafft ein Känguru nur einen Schritt. Lange Sprünge gelingen nur, wenn man die anderen Kängurus als Beschleuniger nutzt, indem man sie überspringt. Damit erinnern die Regeln ein bisschen an traditionelle Spielideen wie Halma und Dame.

Überzeugt hat uns schon gleich zu Anfang, dass man für Billabong praktisch keine Vorbereitung braucht. Wer das Spiel zum ersten Mal spielt, kann das auch ohne lange Einweisung, und überhaupt ist kein komplexer Aufbau oder Verteilen von Material notwendig. Mit dieser scheinbar simplen Spielidee ermöglicht Billabong gleichwohl immer wieder neue Konstellationen und wird nicht langweilig. Der Ausgleich zwischen Strategie und Glück gelingt durch die Unberechenbarkeit der Mitspieler*innen, obwohl natürlich eine Portion Empathie und psychologisches Einfühlungsvermögen helfen können, deren nächste Spielzüge zu erahnen. Für ein Duo-Spiel werden übrigens etwas angepasste Regeln vorgeschlagen, so dass rund um den Billabong auch genug los ist.

Zum Knackpunkt kann es allerdings werden, wenn die Mitspieler*innen unterschiedlich lange ihre Züge planen. Daher sollte man erwägen, ob man doch eine Sanduhr zu Hilfe nimmt…

Verlag: Franjos Spiele
2 bis 4 Spieler ab 9 Jahren
Brettspiel
ca. 30 min

Australien Brettspiel Halma Känguru

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