Thomas-Esel

Foto: Esel im Altenautal

Bräuche am Tag des Heiligen Thomas

Um den ursprünglichen Feiertag des Apostels Thomas am 21. Dezember ranken sich einige Bräuche, die zum einen viel mit den Wetteraussichten für das kommende neue Jahr zu tun haben. Zum anderen aber bedenken sie diejenigen mit Spott, die etwas langsamer sind als die anderen. Letzteres kenne ich aus meiner Kindheit auch noch, musste aber feststellen, dass ich damit ziemlich allein da stehe. Für uns Kinder war der Thomas-Esel-Tag ein ganz wichtiges Ereignis im Kalender. Außer mir führt aber anscheinend kaum jemand diese Tradition fort, mit der man mindestens an diesem einen Tag im Jahr kein Kind zweimal wecken muss.

Langschläfer wird Thomas-Esel

Das Familienmitglied, das am 21.12. als letzte/r aufsteht oder aber der- oder diejenige, der/die als Letzter am Tag zur Arbeit oder in der Schule erscheint, gilt als Thomas-Esel. Früher wurde dem Langohr dann am Dorfbrunnen wohl der Kopf kalt gewaschen und als Mahlzeit servierte man ihm oder ihr Wasser und Hafer(grütze). Bei uns zu Hause musste man sich vor allem viel Spot anhören, und diesen zweifelhaften Ehrentitel behielt man übrigens das ganze Jahr. Deshalb waren alle sehr darauf bedacht, am 21.12. ganz sicher den Wecker nicht zu überhören.

Vergessene Tradition im Advent?

Wie ist das mit euch? Hattet ihr davon schon gehört? Wurden oder werden bei euch Thomas-Esel gekürt? Wir freuen uns über Kommentare!

Advent Esel Thomas Weihnachten

Eine Antwort auf “Thomas-Esel”

  1. Ingrid Hollenhorst

    Aus meiner Kindheit ist mir der Thomas-Esel-Brauch ebenfalls bekannt. Meistens hatte ich als ausgesprochene Langschläferin das Glück morgens als letzte am Frühstückstisch zu sein. Mein Vater hatte dann bereits etwas Heu oder Haferflocken auf dem Frühstücksbrett verteilt. Dann wetzten alle Anwesenden ihre Zeigefinger aneinander (fit-fit-fit) und lachten mich aus. Meistens konnte ich das gut ignorieren. Die 10 Minuten zusätzlicher Schlaf waren mir wichtiger zumal ein Butterbrot und eine Tasse MuckefucKaffee für mich bereit standen. In der Schule angekommen ging die ganze Prozedur von vorne los. Auch dort war ich bei über 40 Schülern oft die letzte.

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