OWL-Games: VR-Arena, Escape-Room, Lasertag und Mindgames

Neues Erlebniscenter in Paderborn

Einen Nachmittag lang tauchten wir in andere Welten ein und verwandelten uns in verschiedenste Superhelden, als wir das neue Erlebniscenter der OWL-Games am Hohenloher Weg (Stadtheide) in Paderborn besucht und ausgiebig getestet haben. Seit einigen Wochen öffnen sich hier „Türen zu fantastischen Welten“ und bieten Spaß und Spannung für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene.

Technik und Spezialeffekte

Steffi und Christian vom OWL-Games-Team sind selber Eltern und erkannten, dass in Paderborn genau so etwas fehlt, denn sie wollten nicht mehr in die Nachbarstädte fahren müssen, wenn sie, auch als Familie, aufregende neue Spielchallenges mit moderner Spielelektronik erleben wollten. 1.200 qm gehören jetzt deshalb Spielen, die unsere Eltern nicht nur garantiert nie gespielt haben, sondern sich vermutlich nicht mal erträumen konnten. Jede Menge Technik und Spezialeffekte, aber auch Herausforderungen an Teamgeist, Kommunikation und Technik darf man erwarten, wenn man unter den gestrengen Augen der namensgebenden Eule die Treppen hinaufsteigt. Im Eingangsbereich kann man seine Jacken und weiteren unnötigen Ballast loswerden bzw. einschließen und überhaupt wird bequeme Kleidung empfohlen, damit man sich gut bewegen und austoben kann. Großzügige Sitzgelegenheiten und ein gastronomisches Angebot runden den Ausflug ab oder bieten den perfekten Rahmen für Kindergeburtstage, Events, sogar Schulausflüge.

Spielen mit VR-Brille

Zum Einstieg betraten wir die VR-Arena, die von vier großen Teppichfliesen abgegrenzt wird. Von der Decke hängen Virtual-Reality-Brillen mit Kopfhörern, mit denen man in eine Tower-Tag-Welt wechselt. Mit den dazugehörigen Phasern jagen sich die vier Spieler in Zweier-Teams Türme ab und achten darauf, dabei nicht aus dem Spiel geschossen zu werden. Auf Bildschirmen können auch Zuschauer das Geschehen verfolgen.

Escaperoom und Lasertag

Während die Jungs dort über die Skyline hüpften und ihre virtuellen Kämpfe ausfochten, konnten die Eltern besonders witzige Fotos machen und derweil wurde der Escaperoom vorbereitet. Davon gibt es derzeit einen, aber weitere sollen folgen, der zweite Raum wird gerade gebaut und soll schon im Sommer eröffnet werden. Mein hasenfenster.de-Kollege Tobias durfte schon einen Blick reinwerfen und murmelte danach mehrfach sowas wie „Das wird der Hammer.“ Man darf also gespannt sein, und wir zumindest stehen schon auf der Liste derer, die sofort Bescheid haben wollen, wenn man buchen kann. Den bestehenden Escaperoom haben wir nämlich – Achtung, Spoileralarm! in der vorgegebenen Zeit von 60 min geschafft. Knapp und mit einigen kleinen Schubsern in die richtige Richtung, aber egal wie: Wir haben es voll drauf, nämlich. Der Escape Room führte uns nach London, wo wir eine Mission zu erfüllen hatten. Davor aber galt es, diverse Rätsel zu entdecken, zu kombinieren und zu lösen. Unsere Spielleiterin war über Kamera und Funk an unserer Seite und gab uns hier und da den entscheidenden letzten Fingerzeig, um Schlösser zu öffnen und Truhen zu knacken. Denn erst, wenn die Zeit abgelaufen oder der Auftrag ausgeführt ist, gibt es ein Entkommen aus dem Raum. Wobei natürlich keine Tür tatsächlich verschlossen wird und man im Notfall jederzeit raus könnte!

Nicht wenig stolz stellten wir uns danach der nächsten Herausforderung: Lasertag. Mit Westen voller LEDs und Sensoren und Laserknarren schlichen und duckten wir uns alle (naja, fast alle, eine hat gekniffen – wer könnte das nur gewesen sein???) in einem schwarzlichterfüllten und  technobeschallten Raum voller Rampen, Gänge, Höhlen und Türme. Dabei galt es, die anderen Teams möglichst oft außer Gefecht zu setzen. Nach jedem Treffen nämlich erlöschen für ganze 6 Sekunden das eigene Licht und die eigene Waffe. Nach 10 min, die eine Runde dauert, kann man ganz ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. Ein Scoresheet wertet detailliert aus, wer die meisten Treffer platzieren konnte, wieviel Action man verzeichnen kann, wo man sich bevorzugt aufhielt und einige Statistik mehr. Ganz nebenher wird natürlich auch ein Ranking aufgestellt.

Die Mind Arena mit Knobelstationen haben wir uns diesmal eher erklären lassen und nur kurz und angerissen selbst ausprobiert. Dort sind an sechs Stationen jeweils vier Kisten in immer zehn Minuten zu öffnen. Das kann man auch in Teams gegeneinander spielen. Auch hierfür haben sich die Macher schlaue Rätsel mit allerlei Technikeinsatz und vielfältigen Ideen ausgedacht. Nichts ist vorhersehbar und es bleibt spannend.

Elternmeinung

Heike

Irgendwie hatte ich eine düstere Location mit viel Bling-Bling und ohrenbetäubendem Uffz-Uffz erwartet und war skeptisch. Insofern gefiel mir die offene Gestaltung im Foyer und der VR-Arena gleich sehr gut. Und auch das Team erwies sich als supernett, offen und ganz offensichtlich mit viel Herzblut und eigenem Spaß bei der Sache. Alle Stationen sind bestens gepflegt und vorbereitet, die Einweisungen kompetent und hilfreich und so fühlt man sich wohl und kann sich ganz dem Spielspaß hingeben, egal, ob man nun in die Rolle des erwachsenen Helden schlüpft oder das Kind in sich ganz neu entdeckt. Insofern bieten die OWL-Games sich sowohl als cooler Zeitvertreib für die Kids (ab etwa 10 Jahren), als auch für ein perfektes Familienevent oder sogar ein teambildendes Projekt mit Kollegen oder Freunden an. Für mich war das so ziemlich alles Neuland. Gehört hatte ich davon, aber ich bin ja prinzipiell gerne analog unterwegs. Insofern fühlte ich mich als Zuschauerin bei VR und Lasertag ganz gut aufgehoben. Dieser Perspektive konnte ich viel abgewinnen: Erstens sieht es einfach witzig aus, wie die Spieler mit Aufsetzen einer VR-Brille sofort völlig in der künstlichen Welt verschwinden. Und zweitens macht man durchaus interessante Beobachtungen über Teamplay und Kommunikationsfähigkeiten. Und natürlich erfreut es immer das Mutterherz, wenn man erlebt, wie sich der Nachwuchs prächtig amüsiert.

Spannender war für mich der Escaperoom, auch wenn ich hier mehr als einmal ziemlich auf dem Schlauch stand: Die Lösung vor Augen, aber nicht in der Lage, die nötigen Schlüsse zu ziehen. Aber es geht ja auch hier um eine Gemeinschaftsleistung. Nur wenn alle mitmachen, kann man es überhaupt in der vorgegebenen Zeit schaffen. Und das Zusammenspiel funktionierte bei uns ganz gut. Jeder hatte mal eine zündende Idee, machte eine gute Entdeckung oder zeigte zumindest in die richtige Richtung. Insofern freue ich mich schon darauf, den nächsten Raum zu entschlüsseln und kann mir auch gut vorstellen, die Mind Games nochmal näher in Augenschein zu nehmen.

Tobias

Zugegeben: Ich kannte die Laser-Arena und den ersten Escaperoom bereits und war nicht mehr ganz so überrascht. Für einen leidenschaftlichen Konsolero gehört das natürlich zum Pflichtprogramm.

In der VR-Arena ist man sofort in einer anderen Welt und es fühlt sich verdammt echt an, wenn man im Spiel seine Hände sehen, sich ducken und sich bewegen kann – und wenn man dann noch seine drei Mit- oder Gegenspieler auf den anderen Türmen ausmacht, kann der Spaß beginnen. Ganz Mutige können auch noch die Kopfhörer aufsetzen und sind dann völlig von der Außenwelt abgekapselt, die sich ganz sicher köstlich amüsiert.

Beim Escaperoom war ich anfangs der Meinung, eher den Spielspaß zu stören, weil ich ihn schon einmal gespielt habe … aber dadurch, dass man die Rätsel teilweise parallel im Team löst, kannte ich nicht alle Lösungen und habe auch jetzt öfter auf dem Schlauch gestanden. Man kann also auch beim zweiten Mal noch Spaß haben. Die Rätsel sind durchaus knackig und der Zeitdruck von 60 Minuten ist da, auch wenn man am Anfang der Meinung ist, dass man ganz gut vorankommt. Nicht bummeln! Die Jungs haben viele der Rätsel selbstständig gelöst aber bei einigen Rätseln merkt man auch, dass die Zielgruppe eher etwas ältere Kinder sind – dafür macht man das ja auch als Team. Es ist auch hilfreich, wenn man schon einmal ein Escaperoom-Brettspiel gespielt hat und ein paar Spielmechaniken kennt. Mit ein paar Tipps ist das aber alles lösbar.

Die Laser-Arena haben wir zum Schluss gespielt – und das war auch gut so. In den 10 Minuten kommt man schon ganz schön ins Schwitzen, auch wenn man nicht rennen, klettern und rempeln darf. Das Areal ist wirklich groß und verwinkelt. Gerade, wenn man mit so wenigen Spielern spielt, legt man schon ein paar Meter zurück. Als einziges erwachsenes Kind habe ich auch ein prima Ziel abgegeben.

Zum Thema „Schießen“ hat natürlich jeder seine eigene Meinung. Natürlich hat man etwas Waffenähnliches in der Hand, aber es fühlt sich beim Spiel nicht so an. Ich empfand es eher als eine Mischung aus Verstecken und Fangen oder Räuber und Gendarm. Allen Eltern, die da Bedenken haben, würde ich empfehlen, es einmal auszuprobieren und dann zu entscheiden, ob es etwas für die eigenen Kinder ist oder nicht. Das ungesehen als „Kriegsspiel“ zu bezeichnen, finde ich etwas überhastet.

Neuer Escaperoom in Vorbereitung

Das Highlight für mich war natürlich die Aussicht auf den nächsten Escaperoom, der im Sommer kommen soll. Freue mich drauf!

Kindermeinung

Vier Jungs hatten wir diesmal dabei: Adrian, Linus, Noah und Julius (alle 11 Jahre alt), und die hatten alle ganz sicher einen richtig guten Nachmittag. Allerdings teilte sich die Gruppe beim abschließenden Ranking in zwei Lager: Adrian und Linus hatten von Anfang an auf die Laserarena hingefiebert, während Julius und Noah vor allem wegen des Escaperooms da waren. Alle Erwartungen wurden nicht enttäuscht und so gab es je zwei erste Plätze für Escaperoom und Lasertag, beide Male allerdings dicht gefolgt von dem VR-Game, das alle zum ersten Mal gespielt hatten. Man kann also auf jeden Fall festhalten, dass die OWL-Games ganz offensichtlich für verschiedene Interessen genau das Richtige bieten. Typ Sherlock deduziert halt gerne, hangelt sich von Rätsel zu Rätsel und setzt verstärkt auf Teamwork, Typ Lara Croft bevorzugt handfeste Action, Bewegung und den Wettkampf.

Wirklich verblüffend anzusehen war es, wie selbstverständlich die Kinder sich auf jedes dieser Abenteuer einließen. Das ist schon die Post-Digital-Native-Generation, von Berührungsängsten keine Spur. Einfach loslegen und genießen, und das sichtlich und mit Feuereifer.

Und das hier geht noch an alle, die meinen, Computerspiele machten aus Kindern und Jugendlichen vor allem realitätsferne Nerds oder sozial-unterbelichtete Eigenbrötler: Immer wurde geredet, angefeuert, abgesprochen und überhaupt ständig kommuniziert.

Die OWL-Games sind eine spannende, weil neuartige und damit willkommene Ergänzung im Paderborner Freizeitangebot. Natürlich muss man auch manchmal an die frische Luft, aber davon wollen wir euch in unserem nächsten Ausflugstipp erzählen.

Hier geht es zu den OWL-Games

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