Wildwald Vosswinkel

Was braucht es für den perfekten Familienausflug? Gemeinsames Erleben, Natur, Spaß, Ruhe und das Gefühl von Freiheit vielleicht? Nach knapp einer Stunde Fahrt ab Paderborn ist all dies in der wunderbaren Verpackung des Wildwalds Vosswinkel zu haben. Wir haben dort einen der ersten Frühlingstage mit Sonne verbracht und konnten uns gut vorstellen, dass man hier Wald bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit mit allen Sinnen genießt.

In der Nähe von Arnsberg findet man dieses Kleinod. Wobei „klein“ schon falsch ist, denn das Gelände ist richtig groß. Zwei Rundwege von jeweils etwa 4 km Länge führen durch den Wald, die man aber auch abkürzen und verbinden kann. So lässt sich auf den insgesamt etwa 12 km Wegstrecke eine individuelle Wanderung planen. Im Wald trifft man immer wieder hautnah, meistens und womöglich auch ohne Zaun auf Tiere. Darunter sind Damm- und Rotwild, Nachtjäger wie beispielsweise Marderhunde, eine Wildschweinrotte, Vögel wie Gänse und Uhus, Mini-Schweine und noch viele Gäste, die den Wildwald zu ihrem Zuhause gemacht haben. Bei unserem Besuch schnatterten zum Beispiel Kanada-Wildgänse, die hier alljährlich Station zum Brüten machen. Zu festen Fütterungszeiten, die sich sehr gut in einen Rundgang einplanen lassen, kann man die Tiere noch genauer beobachten.

Aber auch abseits der Tiergehege spaziert man durch schönste Natur und abwechslungsreiche Waldlandschaft mit verschiedenem Bewuchs, Lichtungen, Bächen, Tümpeln und kleinen Seen. Am Weg stehen immer wieder Aussichtskanzeln, Schautafeln und Schilder, die auf besondere Eigenarten aufmerksam machen, so dass einem auch die fleißigen Waldameisen oder die Bedeutung von Sturmschäden nicht verborgen bleiben. Bänke und Picknickplätze sowie das Waldgasthaus im Eingangsbereich laden dazu ein, einen ganzen Tag im Wildwald zu verbringen.

Wer es noch aktiver mag, kann sich auch im Natur-Klettergarten ausprobieren, den Barfusspfad begehen oder ausgiebig den großen Abenteuer-Spielplatz nutzen. Ganzjährig gibt es ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm mit Aktionstagen, Weihnachtsmarkt, Ferienaktionen und -betreuung, Vorträgen und vielem mehr. Für Gruppen und ganz individuelle Besuche können spezielle Angebote gebucht werden, darunter sogar verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten im Wald! Auch Kindergeburtstage und Schulausflüge sind im Programm!

ELTERNMEINUNG

Wer hätte gedacht, dass unsere Kinder so weit und ausdauernd laufen können! Zwar wurde zwischendurch immer auch mal ein bisschen gestöhnt und gemurrt, aber kaum kam das nächste Tier, die nächste Pfütze oder die nächste Station der Osterhasenrallye, mit der wir das Gelände erkundet haben, in Sicht, lief es wieder ganz von alleine. Wir hatten uns für eine verkürzte Kombination der beiden Rundwege entschieden, und das dürften so etwa 6km Weg gewesen sein. Man sollte aber schon ein bisschen überlegen, wie viel man seinen Kindern an Weg zumuten kann. In jedem Fall empfiehlt es sich, Verpflegung dabei zu haben und sich auch sonst auf ein paar Eventualitäten einzustellen (Wechselsachen, zum Beispiel). Dazu gibt es auf der Homepage des Wildwaldes einige hilfreiche Tipps, und es ist eben nicht so, dass hier an allen Ecken Eis, Pommes, Kaffee und Kuchen verkauft werden. Genau das bringt aber eine gehörige Portion mehr Ruhe und Idylle in den Besuch. Außerdem ist es sicher schlau, sich am Eingang zu erkundigen, welche Wege man nehmen kann, wenn man mit Buggy, Kinderwagen oder einem Bollerwagen (die man auch vor Ort leihen kann) in den Wildwald möchte, denn wir waren auch auf weniger festen Wegen, über Baumwurzeln und durch kleine Schlammbarrieren unterwegs.

Bei den Tieren hatte man das Gefühl, sie würden vielleicht sogar extra posieren, denn so nah an einem Uhu oder Wildschweinen (natürlich hinterm Zaun) waren wir selten. So schön es war, die Kinder durch den Wald toben zu sehen, so schade und gleichzeitig verständlich ist es, dass man sich auf den Wegen halten soll, um den Tieren und der Natur ihre Ruhe zu gönnen. Aber es blieb auch so ausreichend Freiraum. Mehr als einmal musste man an Ronja Räubertochter und den Mattiswald denken, wenn die Mädchen von einem Baumstumpf oder Abhang aus über die Gegend schauten. Gut, eine Wäsche sollte man für danach schon einplanen, vor allem, wenn man angesichts einer vermeintlich kleinen Schlammpfütze so gute Ratschläge wie „Spring einfach drüber!“ verteilt. Aber das ist ein solcher Tag allemal wert. Wir kommen sicherlich wieder. Mindestens für ein Picknick am See, und wenn es nach den Kindern geht, auch noch für eine Übernachtung im Ziegenhotel.

KINDERMEINUNG

Bei größeren Gruppen können die Tiere scheuer werden, und deshalb waren wir nur mit einem kleinen Testteam im Wildwald. Milla und Paula (beide 7 Jahre) schliefen schon auf der Rückfahrt voll frischer Luft und nach ausreichend Bewegung ein und erzählten später ausgiebig den Daheimgebliebenen von dem Erlebten. Zusammengefasst waren für sie vor allem die Pfützen und die Tiere, die man so nah sehen, teilweise auch füttern (mit Wildfutter aus dem Automaten) und streicheln konnte, bemerkenswert. Vor allem die tierischen Bewohner auf dem Haarhof, einem kleinen Bauernhof am Hirsch-Rundweg, hatten es den beiden angetan. Von den beiden Eseln und den unglaublich süßen Schweinchen konnten sie sich kaum trennen. Die Ferkel sind aber auch zu niedlich und geben ein gutes Beispiel in Sachen Lebenskunst: Kaum streichelt man sie ausgiebig, sieht man Freude pur: Sie grunzen lautstark, schlecken Hände ab und freuen oder räkeln sich gleich behaglich ins Gras zum genussvollem Gekrault werden. Zum Abschluss eroberten die Kinder noch den Spielplatz. Der hat wirklich einiges zu bieten, was feezt (wie wir in den 80ern gesagt hätten 😊): Seilbahn, Kletterweg, Bachlauf, verschiedene Rutschen, Matschanlage und einen Tümpel, den man mit kleinen Flößen befahren kann. So süß kann das Sauerland sein…

Mehr Informationen zum Wildwald unter www.wildwald.de

Bis zum 24.7.2018 könnt ihr bei uns Familienfreikarten für den Wildwald gewinnen!

Arnsberg Natur Sauerland Tiere Wald

Kommentieren